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THE CONFERENCE BVR

In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Regie (BVR)
Veranstalter BVR Services GmbH

Workshops und Panels zur beruflichen Weiterbildung im Rahmen des Mediengipfels MOVIECOM 518
22.-24. Nov. 2013 in München

So individuell die Handschrift und die jeweilige Herangehensweise eines Regisseur auch sein mag und muss, so universell, berührend und nachvollziehbar soll gleichzeitig der Film für den Zuschauer sein. Die heutige Filmsprache ist heterogen und einem andauernden, rasanten Wandel unterworfen. Und auch die Produktionsbedingungen, die arbeitsteiligen Prozesse und die notwendigen Zusammenarbeitsformen verändern sich.

Der BVR möchte dieser Entwicklung Rechnung tragen und hat dafür letztes Jahr anlässlich der ersten Moviecom 518 mit "Was wir tun" eine Plattform für die berufliche Aneignung geschaffen. In diesem Rahmen von Workshops, Panel-Diskussionen und Seminaren soll auch in diesem Jahr dargestellt und erörtert werden, was aktuell die Arbeits- und Schöpfungsbedingungen für Filmregisseure und ihre engsten Mitarbeiter sind. Neben dem persönlichen Austausch wird den Akteuren des Regiestabes Gelegenheit zur Reflexion, zur Information und Gebrauchsanwendung neuer Techniken und Tools, zur ästhetischen Praxis wie zu sozial-, urheber- und vertragsrechtlichen Fragen gegeben. Kurz: es geht um eine Plattform von Angeboten zur Weiterbildung auf einem hohen professionellen Niveau und mit unmittelbarem Anwendungsbezug.
Die Veranstaltungen sind für alle Regisseure, Regie-Assistenten, Continuities und Interessierte, egal, ob BVR-Mitglieder oder Nicht-Mitglieder, frei zugänglich.

Programm 22.Nov 2013

22.Nov / 10:00h - 18.00h
Master Class Schauspieler-Inszenierung Mark Travis (1. Tag)

Organisation: Markus Bräutigam
Mark Travis hatte im Dezember 2012 in einer 2-tägigen Masterclass auf der Moviecom 518 seine radikal neue Methode der Schauspieler-Inszenierung vorstellt.

Trainingsinhalte der Masterclass sind:
Tag 1: Inszenierung von Schauspielern durch Mark Travis und die Teilnehmer der Masterclass auf der Grundlage mehrerer Szenen aus angloamerikanischen Filmen.
Tag 2: Inszenierung von Schauspielern auf der Grundlage von Szenen aus deutschsprachigen Filmen. Der Regisseur als Coach – ein neues Rollenverständnis. Widerstand beim Schauspieler und dessen produktive Überwindung in der Rolle. High Speed Directing

Zur Methodik der Masterclass:
Einführung in das Thema durch einen kurzen Lehrvortrag, praktische Demonstration von Inszenierung durch Interrogation, und Staging durch Mark Travis selbst, praktische Übung von Interrogation und Staging der Schauspieler durch die teilnehmenden Regisseure, Gruppengespräch als weiterer Transfer für die tatsächliche Arbeit des Regisseurs.

Trainingsziele der Masterclass:
nachhaltige Verbesserung der Zusammenarbeit von Regie und Schauspieler authentischere und lebendigere Performance der Schauspieler Charakterspezifische Vertiefung der Inszenierung

Mark Travis: Regisseur am Broadway in New York und Los Angeles für Feature Filme gearbeitet. Mit "Directing Feature Films" hat er eines der wenigen umfassenden Lehr- und Didaktikbücher über das Handwerk des Inszenierens geschrieben, "Tricks and Bags" ist ein vertiefendes Sequel dazu. Seine im Anschluss daran gänzlich neu entwickelte Methode der Inszenierung von Schauspielern basiert auf dem Grundgedanken: "Talk to the character not the actor". Der Regisseur wie auch der Schauspieler schlüpfen in eine neue Rolle, indem die Auseinandersetzung betont auf den Charakter der Rolle abzielt. Die in kurzer Zeit entstehenden und sofort sichtbaren Ergebnisse sind verblüffend authentisch und kraftvoll und haben dazu geführt dass Mark Travis weltweit engagiert wird, um seine neue Methode zu demonstrieren. Wie z.B.: The Directors Guild of America, American Film Institute, Pixar Animation Studios, Hollywood Actor's Workshop, Metropolitan Film School, London Film School, The London Film Academy, Cannes Film Festival, Dutch Directors Guild (DDG, Amsterdam), Actors Guild (ACT, Amsterdam), Australian Directors Guild u.a.

22.Nov / 11.30h - 13.00h
Artisten in der Zirkuskuppel.
Was Sie schon immer über die Pensionskasse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wissen sollten.


Dass Altersvorsorge aus mehreren Säulen bestehen muss, gehört mittlerweile zur sozialpolitischen Rhetorik. Ein Säulensegment neben der Grundrente sollte die Betriebsrente sein. Die lässt sich für freiberuflich oder auf Produktionsdauer Beschäftigte aber mangels kontinuierlicher Arbeitgeberbeziehung nur schwer aufbauen. Eine Möglichkeit dazu bietet seit mehr als 40 Jahren die Pensionskasse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Idee war und ist, dass allen für öffentlich-rechtliche Anstalten Tätigen ein Zuschuss von 4 – 7 % gewährt wird, wenn er mehr als 3.500 EUR Honorar oder Gage erzielt hat und in gleicher Höhe einen Eigenbeitrag in die Pensionskasse einzahlt, bei der vorher Mitglied geworden ist. Bei der direkten Beschäftigung beim Rundfunk ist die Abführung kein Problem. Doch bei der Auftragsproduktion gibt es immer wieder Probleme und Missverständnisse. Die beginnen damit, dass der Auftragsproduzent ebenfalls Mitglied der Pensionskasse werden muss. Weigert er sich, aus welchem Grund auch immer, ist die Zahlungskette des Dreiecksverhältnisses Produzent-Filmschaffender-Sender unterbrochen. Es kommt vor, dass Produzenten die Einstellung der Altersvorsorge-Beträge in die Kalkulation vergaßen oder dass der Sender auf dem einmal vereinbarten Festbetrag für das in Auftrag gegebene Werk beharrt. Mit einer Mitgliedschaft in der Pensionskasse würden Produzenten als verantwortungsvolle Arbeitgeber mit zur Alterssicherung ihrer freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beitragen, heißt es in der Ansprache der Pensionskasse an Produzenten. Sie würden damit ein Stück soziale Verantwortung übernehmen, "die Sie i. d. R. noch nicht einmal etwas kostet: Grundsätzlich werden die Beiträge, die Sie für die Altersversorgung Ihrer freien Mitarbeiter an die Pensionskasse zahlen, von den Rundfunkanstalten erstattet". Trotz Verankerung im Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende ist dieses Verantwortungskreislauf immer wieder einmal gestört. Wie schwer lasten pauschalisierte Kalkulationsdeckel auf der Verpflichtung zur sozialen Verantwortung? Wie lässt sich eine sinnvolle Zusammenarbeit im Dreieck der Auftragsproduktion rechtssicher organisieren? Wie ist die Verantwortung der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu konkretisieren und kann das Modell auch auf die Degeto oder gar auf Privatsender übertragen werden?
• RA Christoph Blöcher (Vorstand Pensionskasse)
• Christian Jütte (Mitgliederbetreuung PKR)
• Jobst Oetzmann (Regisseur)
• Dr. Jürgen Kasten (GF Bundesverband Regie)

22.Nov / 14.00h - 16.00h
Was ist ein Werk und wer ist sein Urheber? Filmwerk und urheberrechtliche Grundlagen

Aktuelle Definitionsprobleme, ausgemacht am Filmwerk.
Die wesentliche Eigenschaft eines Werkes liegt in der persönlichen geistigen Schöpfung (§ 2 Abs.2 UrhG). Ein Werk bzw. ein urheberrechtlich relevanter Werkbeiträge wäre demnach eine individuelle, originäre Gestaltung eines geistig-konzeptuellen Formwillens. Von diesen Wesensmerkmalen des "Werks" ist in den letzten Jahren nicht nur in der digitalen Netzwelt, immer stärker abstrahiert worden. Ein erweiterter Kunstbegriff scheint um sich zu greifen, der die geistig-schöpferische Grundkomponente und die Anforderung eigenschöpferischer Formgestalt in einer immer kleiner werdenden Münze aufgehen lässt.

Die inflationäre Ausweitung von Urheberschafts-Vermutung ist besonders in den arbeitsteilig hergestellten Werken unübersehbar. Das gilt vor allem für den Film, wo viele hochspezialisierte Berufe tätig sind. Das deutsche Urhebergesetz benennt für den Bereich der Filmwerke aber keine Berufe oder Tätigkeiten, aus denen sich typologisch Urheberschaft bestimmen oder herleiten ließe. Allein die europäische Rahmenrechtssetzung hat in mehreren Direktiven festgehalten, dass der Hauptregisseur in jedem Fall als Urheber des Filmwerks zu gelten hat. Nationale Gesetzgebung kann weitere Miturheber des Films benennen. Dies ist in Deutschland wie in den meisten europäischen Ländern aber nicht der Fall. In der Novelle zum Urhebervertragsrecht von 2002 wird in der Begründung ausdrücklich darauf verzichtet, Filmurheber gesetzlich zu normieren. Etwas überfallartig werden hier jedoch Kamera und Schnitt "im allgemeinen" als mögliche Miturheber erwähnt. Für den in der Branche höchst umstrittenen Ergänzungstarifvertrag Urheber-Erlösbeteiligung an Kinofilmen zieht die Gewerkschaft ver.di aktuell sogar bis zu 12 Gewerken in Betracht, denen ein Urheber-Beteiligungsanspruch nach §§ 32 und 32a zugestanden werden soll. Läuft mit einer solch inflationären Ausweitung des Werk- und Urheberschafts-Begriff das ohnehin von Akzeptanzproblemen bedrohte Urheberrecht Gefahr, sich selbst, quasi von innen heraus zu entwerten?

Bedarf es zur Durchsetzung eines starken Urheberrechts einer Rückbesinnung auf die Prämissen und Voraussetzungen der Werkschöpfung sowie stärkerer Abgrenzungen zum Leistungsschutzrecht und zur handwerklich-technischen bzw. ausgestalterischen Mitwirkung insbesondere bei den arbeitsteilig hergestellten Werken? Ist der Werkscharakter und damit die urheberrechtliche Schutzfähigkeit nach wie vor an die persönliche geistige Schöpfung und die originäre Formgestalt zu knüpfen?

Diese und andere brisanten Urheberrechts-Fragen zum Werkbegriff und zur Urheberschaft beim Film diskutieren:
• Prof. Dr. Ulrich Loewenheim (Uni Frankfurt em.)
• Prof. Dr. Winfried Bullinger (HU Berlin)
• RA Dr. Florian Prugger (Justiziar BVR)
• RA Helge Sasse (Vorstand Senator-Film)
• Moderation: Dr. Jürgen Kasten (GF BVR)

22.Nov / 18.00h - 19.30h
"It´s the creatives, stupid." Über Fernsehwerke und Programmplanung

"Das Publikum will Qualität sehen, wann es will, wo es will und auf der Plattform, die ihm gerade gelegen kommt". Um dieses Publikum zu bedienen, brauche es Verantwortliche mit Mut zu Risiken und Experimenten. "Wir müssen überraschen, wir müssen Grenzen überschreiten, wir müssen die Zuschauer ins Neuland führen". Kevin Spaceys Thesen in seiner Keynote beim Edinburgh Film Festival 2013 haben weltweit in der Branche hohe Wellen geschlagen. Welche Auswirkungen haben sie für eine zukunftsorientierte erfolgreiche Produktions- und Programmpolitik kommerzieller TV-Sender im Bereich Film- und TV-Fiction in Deutschland?
Darüber debattieren in einem unterhaltsamen Streitgespräch:
• Barbara Thielen, RTL
• Marcus Ammon, Sky
• Stephan Wagner, Regisseur, BVR-Vorstand

Programm 23.Nov 2013

23.Nov / 10:00h - 11.30h
Workshop Software-Lösungen für das Regiedepartment

Noch nie hatten Kreative die Möglichkeit, Visionen und Wünsche so einfach und für alle synchronisiert bereit zu stellen und zu teilen. Softwarelösungen für Notebook, Tablets und Smartphones am Set bieten Regisseuren, Kameraleuten, Regieassistenten und allen anderen Teammitgliedern eines Filmprojekts eine universelle und effektive Plattform für alle kreativen Prozesse. Vom fertigen Drehbuch bis zum fertigen Film – die optimale Lösung für jeden Einzelnen und das gesamte Team. Hierbei sollen drei verschiedene Anbieter vorgestellt und einem intensiven Praxistest unterzogen werden:
Script-to-movie mit Florian Froschmayer
EasySCOTT mit Yannik Hieber
Webgate mit Harald Schernthaner, ARRI Film & TV Services


SCRIPTtoMOVIE ist eine innovative webbasierte Software Lösung für Filmemacher. Mit dieser Software können Drehplan, visuelle und inhaltliche Konzepte erstellt, die Figuren überprüft, und Szenen in Einstellungen aufgelöst werden. Du integrierst Fotos und Storyboards, organisierst Cast und Team, stellst Techniklisten zusammen, machst Buchanmerkungen – und behältst egal in welcher Funktion Deine Arbeit und den Film immer im Blick. SCRIPT to MOVIE ist die innovative webbasierte Plattform, um einfach und intuitiv ein Filmprojekt vorzubereiten. Es ermöglicht das vernetzte Arbeiten in Echtzeit, stellt Fotos, Storyboards, Informationen und Ideen für alle an einem Projekt beteiligten Personen zur Verfügung. Hierbei haben alle Projektmitglieder den permanenten Überblick über die kreativen und logistischen Abläufe. Eine App für Mac und PC ermöglicht ergänzend die Arbeit an Projekten auch Offline. Die Software fungiert auch als Archiv: ein individuelles Rechtemanagement ermöglicht die Vergabe und Verwaltung der Rechte innerhalb eines Projektes – individuell zugeschnitten auf die Position jedes Nutzers innerhalb des Projektes. Welche Daten er mit anderen Projektmitgliedern teilen möchte, entscheidet jeder Nutzer selbst.

easySCOTT ist die innovative Komplettlösung für das digitale Metadaten-Management zur Vereinfachung des Produktionsablaufs und Postproduktions-Workflows. Vorproduktion, das Set und die Postproduktion können jetzt Hand in Hand arbeiten. Über Apps werden alle wichtigen Informationen (z.B. von Script & Continuity) live am Set digitalisiert und den Clips zugewiesen. Das Herz und Zentrum des easySCOTT-Systems ist ein Mini-Server. Er spannt ein lokales Netzwerk auf, über das alle Teilnehmer optimal miteinander kommunizieren. Er synchronisiert mehrere Kameras und sogar gleichzeitig an verschiedenen Orten arbeitende Teams. Mit Apps bekommt der Server von den relevanten Departments die Informationen zu Szene, Kostüm, Requisite und allem, was sonst noch wichtig ist. Diese Metadaten werden direkt mit den jeweiligen Clips verknüpft. Das intuitiv gestaltete User Interface ermöglicht den perfekten Überblick über die gesamte Produktion. Mit der Replay-Funktion kann man auf dem iPad jeden Clip sofort nach seiner Aufnahme ansehen und darin hin- und herspulen. Von der Kamera bekommt der Server über eine Wi-Fi-Streaming-Box (z.B. Teradek Cube) Bildsignale und technische Meta-Daten. So ermöglicht das easySCOTT-Paket auch Live-Streaming für bis zu fünf Nutzer. Der Clue: man weiß genau, was die Kamera tut. Das Ziel: nie wieder geht ein Clip durch die Lappen, nie wieder falsch benannte Clips in der Post. Über den WebAccess kann das Büro jederzeit den aktuellen Stand abfragen und die einzelnen Departments bereiten über die Cloud-Anbindung bequem ihren Teil der Dreharbeiten vor. Alle Produktionsdaten werden nicht nur auf dem Server, sondern zusätzlich hier in der Cloud gespeichert. Der Webaccess ist die zentrale Anlaufstelle für Statistiken und automatisch generierte Berichte. Er spart Zeit in der Verwaltungsarbeit und du kannst deine Abläufe optimieren

Webgate: The powerful Cloud Services for Content Owner and Creators
Sicherer Zugriff und Austausch von Daten für Preview, Freigaben und Kommentare. Weltweite Projektübersicht. Kollaboratives Arbeiten mit umfassendem Rechte- und Rollenmanagement. High Quality Image und Video Transcoding. Software als ein Service. Einige Stichworte für neue Services, die mit neuen Technologien und kreativen Dienstleistungen die Produktionslandschaft bestimmen, auch bei der Umsetzung vielfältiger Ideen für Productplacement in realen und virtuellen Welten.

23.Nov / 10:00h - 18.00h
Master Class Schauspieler-Inszenierung Mark Travis (2. Tag)

Tag 2: Inszenierung von Schauspielern auf der Grundlage von Szenen aus deutschsprachigen Filmen. Der Regisseur als Coach – ein neues Rollenverständnis. Widerstand beim Schauspieler und dessen produktive Überwindung in der Rolle. High Speed Directing

23.Nov / 12:00h - 16.00h
Workshop: Was das kostet!!! Zusammenarbeit von Regieassistenz und Produktionsleitung

Fortbildungsveranstaltung für RegieassistentInnen

RegieassistentInnen sind das Bindeglied zwischen der Regie- und der Produktionsabteilung eines Films. Sie haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Budget, denn sie genießen das Vertrauen ihres Regisseurs oder ihrer Regisseurin hinsichtlich der Planung und Koordination der Dreharbeiten. Im Idealfall läuft die Produktion reibungslos nach ihrem Plan. Doch immer öfter stehen sie vor dem Problem, dass das Budget zu niedrig kalkuliert ist und die Erwartungen zu hoch. Der optimale (Dreh-) Plan ist unbezahlbar und unter Zeitdruck müssen Ideen entwickelt werden, wie man Kosten einspart, ohne das Produkt ernsthaft zu gefährden.

In unserer Fortbildungsveranstaltung soll es darum gehen, ohne Zeitdruck mit einem erfahrenen Produktionsleiter über Budget und über Kalkulation zu sprechen. Wir möchten Fragen stellen, die im laufenden Betrieb nicht oder nicht ausführlich genug diskutiert werden können.
Folgender Fragenkatalog wurde von uns erarbeitet:
Was sind die elementaren Unterschiede einer Kalkulation für
a) TV, öffentlich-rechtlich, privat
b) Kino
c) Serien, Doku-Soaps
Werden TV-Filme in ein vorgegebenes Budget gezwängt? Oder wird nach den Vorgaben des Drehbuchs kalkuliert? Inwieweit können und werden die Visionen der Regie in der Kalkulation berücksichtigt? Wie kommen Darstellergagen zustande? Wonach wird die Anzahl der Komparsen berechnet? Welche Nebenkosten fallen an? Was kostet ein Drehtag? Eine Überstunde? Wie sieht die prozentuale Verteilung aus, zwischen Gagen für Darsteller, Gagen für das Team, Ausstattung (incl. Maske & Kostüm), Technik, Motivmieten, Postproduktion? Wie viele Überstunden werden kalkuliert? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Produktionsleitung und Regieassistenz bezüglich kalkulierbarer Kosten verbessert werden? Wo kann auch ein Regieassistent konkret zu Einsparungen beitragen?

Mit Piet Lessnick (Produktionsleiter), Petra Misovic (Regieassistentin) und Dietmar Güntsche (Produzent Neue Bioscop Film / ex HL)

23.Nov / 16:00h - 18.00h
Wie haben Sie das gemacht, Rainer Erler? METROPOLIS-Preisträger für das Lebenswerk im Gespräch mit Dr. Dieter Wedel und Dr. Jürgen Kasten

Rainer Erler hat den deutschen Fernsehfilm der 1960er bis 1990er Jahre maßgeblich mitgeprägt. In einer filmästhetisch oft eigenwilligen Mischung aus Thriller und Aufklärungsfilm machte er ein Millionenpublikum mit wissenschaftlichen und ökologischen Themen vertraut. Und dies in spannender Erzählung, mit irritierender Bildsprache, starken Figuren, die keine Helden (mehr) sind und bei allem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse nicht wirklich Lösungen bieten. Die gibt es nur in den vereinfachten Genreformen des Unterhaltungskinos, zu dem sich Erler zwar formal, aber nicht in der thematischen Vereinfachung bekennt. Trotz knapper Budgets atmen seine Filme in der intelligenten Adaption von Genreversatzstücken stets etwas von (erheblich teureren) Hollywood-Filmen.

Aus Anlass der Verleihung des Deutschen Regiepreises METROPOLIS (Ehrenpreis der VG Bild-Kunst für ein Lebenswerk) steht Rainer Erler zu einer Lecture im Kollegen-Gespräch mit dem Re-gisseur Dr. Dieter Wedel und Dr. Jürgen Kasten (GF BVR) zur Verfügung.

Programm 24.Nov 2013

24.Nov / 12:00h - 13.30h
Workshop für Regisseure von ARRI / Lookdefinition als Storytelling-Tool

Arri Cine Technik zeigt in einem speziell auf Regisseure zugeschnittenen Workshop die Welt der digitalen Farbgestaltung eines Films – von der Farbgebung in der Kamera und am Set bis zum Colorgrading in der Postproduktion.

Wann entsteht die Stilrichtung eines Films? Die Zeiten, in denen das Colorgrading hauptverantwortlich für die Farben eines Films ist, sind vorbei. Die digitalen Kameras bieten ausgiebige Möglichkeiten bereits bei den Dreharbeiten eine Stilrichtung vorzugeben, die für die gestalterischen Entscheidungen der Regie unabdingbar ist und die auch die Bereiche Szenenbild und Kostüm tangiert.

Zuerst stellt Oliver Temmler, ARRI Application Engineer, das ALEXA Kamerasystem vor und geht insbesondere auf den CMOS Sensor der ALEXA ein, vergleicht diesen plattformübergreifend mit CCD-Sensoren, und stellt verschiedene Prinzipien der 1-Chip und 3-Chip-Kameras vor. Temmler erklärt auch die Unterschiede zwischen dem YCbCr und RGB Farbmodell, sowie zwischen 4:4:4 und 4:2:2 Farbabtastung, die bei der Aufzeichnung zum Einsatz kommen. Interessant ist vor allem der Dynamikbereich der ALEXA (14 Blenden) und deren Lichtempfindlichkeit (El 160 bis 3200) mit einem ‚Sweet Spot' von El 400 bis 800.

Henning Rädlein, Arri Head of Digital Workflow Solution und Michael Hackl, Arri Operations & Technology Manager, setzen sich mit den Themen Kodierungsverfahren, Aufnahmegeräte und digitale Workflows auseinander. Rädlein veranschaulicht die Qualität von ProRes-Aufnahmen, weist darauf hin, dass unkomprimierte und unverschlüsselte ARRIRAW Aufnahmen qualitativ noch hochwertiger sind. Hackl verdeutlicht den Unterschied zwischen Log C und Rec 709 Aufnahmen. Log C Aufnahmen bieten maximale Flexibilität in der Farbkorrektur.

Schließlich berichtet Arri DI-Colorist Philipp Orgassa aus der Praxis des Colorgrading. Und Henning Rädlein geht auf die 2K/4K-Diskussion in den Aufnahmeverfahren ein. Entscheidend bei der Wahl einer Kamera ist die Bildqualität als Ganzes, die sich aus verschiedenen Parametern, wie z.B. Dynamik, Rauschverhalten, Farbwiedergabe und auch Auflösung zusammensetzt. Diesen Vorgaben hat sich auch die verständliche Entwicklung zur 4 K-Bildqualität zu stellen.

24.Nov / 14:00h - 16.30h
Digitale Effekte im Film - keine Zauberei mehr - TRIXTER

So wie reine Visual Effects (VFX) Blockbuster kaum mehr wegen der neuesten Tricktechniken interessieren, so ist auch die Furcht vor nachträglicher Bearbeitung von Filmen gewichen. VFX gehören zur normalen Bearbeitung fast jeden Filmes dazu. Wirklich? Mit diesem Workshop wollen wir an Hand von Beispielen aus der Praxis zeigen, dass VFX nicht nerven müssen. Im Gegenteil. Was früher undenkbar umzusetzen war, geht heute. VFX Firmen haben viele Jahre Erfahrungen gemacht. Auch und gerade immer wieder mit Filmteams, die vorher noch nie mit VFX in Berührung gekommen waren. Die Erfahrungen wollen wir teilen.

Fragen, die wir erörtern, sind:
-Wo beginnen die VFX Planungen? Beim Drehbuch?
-Muss es immer ein Storyboard geben?
-Wie viel Arbeit hat der Regisseur mit VFX-Lösungen?
-Was bedeutet es für den Dreh mit VFX? Länger, aufwendiger, komplizierter?
-Was sind die Chancen? Echt bauen oder digital entstehen lassen?
-Brauche ich immer noch Green-Screen?
-Und: Motion Control?
-Engt VFX meine Regiearbeit bezüglich Spontaneität ein?
-Wie flexibel ist VFX?
-Bei welchen Entscheidungen explodieren die Kosten?
-Oder spart man vielleicht sogar am Ende?


Im Workshop werden die VFX-Arbeiten folgender Filme vorgestellt und untersucht:
Kinofilm Deutschland: HUI BUH, VORSTADTKROKODILE, HEXE LILLI 1+2, CLOUD ATLAS
TV-Movie-Projekte: DAS GESPENST VON CANTERVILLE, WUNDER VON LOCHNESS , WOLFBLOOD ( Serie 26 Folgen), SEELEN IM FEUER (ZDF Event)

Ein VFX-Workshop mit Michael Coldewey (TRIXTER)

FACTSHEET:
Moviecom – Conference - BVR
HYPO Forum, Prannerstraße/Ecke Kardinal-Faulhaber-Straße, München
Konferenzleitung: Bundesverband Regie